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Das Leitbild der Internatsschule Lucius

Erwartungen und Überzeugungen, Selbstverständnis, Daseinszweck und unsere Werte

Den Wandel annehmen, aktiv gestalten und Dinge in unserem Sinne verändern.

Wer sind wir?

Wer wollen wir sein?

Wie wollen wir das erreichen?

Diese drei Fragen standen am Anfang einer Reise, die die Geschäftsführung, die Schul- und Internatsleitung und das gesamte Pädagogium vor rund einem Jahr gemeinsam antraten. Diese Reise war ebenso intensiv wie erhellend und wenngleich mittlerweile erste handfeste „Reisemitbringsel“ ihren Weg in unsere Gemeinschaft gefunden haben, ist der Weg nicht beendet, sondern ein iterativer Prozess, der letztlich nur ein Ziel verfolgt: Uns alle zu stärken und besser zu machen.

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Wer wir sind, war allen schnell klar: Eine traditionsreiche, humanistischen Idealen verpflichtete Internatsschule. Dies bildet die Basis, das Fundament, auf dem wir unser pädagogisches Handeln ausrichten können.

Auch die zweite Frage beantworteten wir uns zügig: Wir wollen ein Ort sein, der den uns Anvertrauten ermöglicht, in Frieden zu leben, in Ruhe zu arbeiten und erfolgreich zu sein.

Diese Ziele zu erreichen, einen Weg zu ermitteln, der die bestmöglichen Voraussetzungen bietet, diesen Ort zu schaffen, beschäftigte uns alle in den vergangenen Monaten. Auch mit Hilfe externer Unterstützung wurden zahlreiche pädagogische Tage genutzt, um uns die dritte Frage zu beantworten.
Ergebnis dieses Weges ist unser neues Leitbild.

Dieses Leitbild setzt sich zusammen aus sieben Säulen, in denen in konkreten ausformulierten Zielen, Erwartungen und Überzeugungen unser Selbstverständnis, unser Daseinszweck und unsere Werte festgehalten sind.

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Laura Lucius – Schul- & Internatsleiterin

„Wir brauchten ein Leitbild, das für alle gut verständlich ist und in dem sich alle wiederfinden. So ist für jeden auch klar und transparent, was wir von jedem hier erwarten – und zwar sowohl von den Erwachsenen, als auch von den Kindern und Jugendlichen. Ob groß oder klein – alle hier verschreiben sich den gemeinsamen Zielen und können sich daran auch gegenseitig messen lassen.“

Die sieben Säulen unseres Schulleitbildes

Säule 1 – Wir stehen für:

Wir stehen (ein) für Menschlichkeit, Toleranz, Lob und Ermutigung sowie Diversität.

Ergänzt wird dieses System durch ausgebildete Streitschlichter aus allen Jahrgangsstufen, die bei Konflikten erste Schritte zur friedlichen Lösung begleiten. Erwachsene werden bei Bedarf hinzugezogen.

In den Wohngruppen vertreten gewählte Wohngruppensprecherinnen und -sprecher die Anliegen der Internatsbewohner gegenüber den Erzieherinnen und Erziehern.

Zusätzlich unterstützen die sogenannten Early Birds am Morgen den reibungslosen Start in den Tag.

So lernen unsere Schülerinnen und Schüler, Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Säule 2 – Wir wehren uns gegen:

Wir wehren uns gegen psychische und körperliche Gewalt in jeder Form, gegen rechtsextreme Gesinnung und radikale Gesinnung jeder Art.

Als Schule und Internat verstehen wir uns nicht nur als Lehrende im akademischen Sinne, sondern wollen unseren Kindern und Jugendlichen auch Haltung vermitteln. Uns ist es ein Anliegen, auf die wachsende Spaltung unserer Gesellschaft und globale Entwicklungen, die Populismus, Ab- und Ausgrenzung mit sich bringen, zu reagieren, indem wir klar Haltung zeigen und uns zu den Werten unserer liberalen Demokratie uneingeschränkt bekennen und diese auch verteidigen.

Daher erwarten wir auch von unseren Schülerinnen und Schülern ein klares Bekenntnis zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und ein Einstehen gegen radikale Gesinnungen sowie eine demokratische Konfliktkultur, die auf Worte statt Gewalt setzt. Ein aktuelles Projekt zu dieser Säule ist die Streitschlichter-AG, in der Schülerinnen und Schüler zu Mediatoren ausgebildet werden, um Konflikte in der Schülerschaft angemessen und selbständig lösen zu können.

Säule 3 – Wir fördern:

Wir fördern das Erkennen von Stärken, das Arbeiten mit Ressourcen, Resilienz und Frustrationstoleranz, Selbstwirksamkeit und Partizipation,

denn wir glauben, dass dies sowohl Bausteine einer gelungenen Schullaufbahn als auch Fähigkeiten darstellen, die wichtig für den weiteren Lebensverlauf sind. Kinder und Jugendliche, die durch Teilhabe an schulischen und außerschulischen Prozessen und Projekten ihre Selbstwirksamkeit spüren, dabei auch mit Rückschlägen und Härten umgehen müssen, trainieren dabei ihre Resilienz und Frustrationstoleranz, werden selbstbewusster und belastbarer. Entwicklung durch Vertrauen anderer und eine Entwicklung des Zutrauens in die eigenen Stärken und Fähigkeiten. Wir arbeiten daran!

Säule 4 – Wir fordern:

Wir bieten unserer Schülerinnen und Schülern eine ganze Menge. Aber wir fordern auch ein. Insbesondere Kooperationsfähigkeit, Achtsamkeit, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Partizipation.

Dabei bilden die vier ersten Fähigkeiten die Grundlagen unseres „Kopfnoten-Systems“. Während unser Sozialverhalten die beiden Teilbereiche Kooperationsfähigkeit und Achtsamkeit umfasst, bilden Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft unsere Arbeitsverhaltensnote. Diese Noten spielen eine zentrale Rolle bei der Qualifikation zur Oberstufe, denn uns ist es wichtig, Schülerinnen und Schüler die richtige Einstellung im Bereich selbständiges Arbeiten und Verhalten in der Gemeinschaft zu vermitteln.

Dazu nutzen wir die Unter- und Mittelstufe und greifen auf unterschiedliche Werkzeuge zurück, um die Schülerinnen und Schüler zu erziehen. Ein Projekt hierfür ist das neu geschaffene „Reflektorium“. Ein Ort, an den Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht nicht ausreichend arbeiten oder diesen stören, geschickt werden können, um unter Aufsicht über ihr Fehlverhalten zu reflektieren und damit eine innere Entwicklung in Gang zu setzen.

Säule 5 – Wir vermitteln:

Eine Schule ist ein Ort zum Lernen. Hier sollen vor allem auch fachwissenschaftliche Inhalte vermittelt werden, aber nicht nur. Von daher vermitteln wir neben dem Fachwissen auch soziale Kompetenz, Medienkompetenz, Digitalkompetenz, wir bringen den Kindern das Lernen bei, vermitteln kritisches und kreatives Denken und Freude am (selbst bewirkten) Erfolg.

Dazu nutzen wir unsere pädagogische Erfahrung und unser Team in all seinen unterschiedlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Aktuell sammelt und entwickelt eine Gruppe des Pädagogiums eine Sammlung von Lernstrategien, die den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, zahlreiche verschiedene Arten des Lernens kennenzulernen und die für sich passenden zu identifizieren und nachhaltige Lernkompetenzen zu entwickeln.

Säule 6 – Wir ermöglichen:

Wir stehen (ein) für Menschlichkeit, Toleranz, Lob und Ermutigung sowie Diversität.

Ergänzt wird dieses System durch ausgebildete Streitschlichter aus allen Jahrgangsstufen, die bei Konflikten erste Schritte zur friedlichen Lösung begleiten. Erwachsene werden bei Bedarf hinzugezogen.

In den Wohngruppen vertreten gewählte Wohngruppensprecherinnen und -sprecher die Anliegen der Internatsbewohner gegenüber den Erzieherinnen und Erziehern.

Zusätzlich unterstützen die sogenannten Early Birds am Morgen den reibungslosen Start in den Tag.

So lernen unsere Schülerinnen und Schüler, Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Säule 7 – Wir streben an:

Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern Dinge mitgeben, die über die reinen Unterrichtsinhalte hinausgehen. Wir möchten unsere Absolventinnen und Absolventen nachhaltig prägen und zu Weltbürgern erziehen, die sich langfristig mit unserem Haus identifizieren.

Die Schülerinnen und Schüler sollen über den Tellerrand hinausschauen und auf eine Welt vorbereitet werden, die den einzelnen, aber vor allem die Menschheit vor große Herausforderungen stellt. Dazu arbeiten wir gerade unter anderem an einem Nachhaltigkeitscurriculum, in welchem die Ebenen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales, Ökonomie) sichtbar und erfahrbar werden und eine Verknüpfung sowohl mit den einzelnen (Schul-)fächern als auch mit dem eigenen Leben stattfindet.